Leann Porter

Mein Kopf war schon immer gefüllt mit Geschichten. Früher habe ich die anderen Kinder damit genervt (und oft auch überredet, diese Geschichten mit mir nachzuspielen), später habe ich sie aufgeschrieben. Und vor fünf Jahren bin ich auf die Idee gekommen, sie auch mal zu veröffentlichen. Großer Aha-Effekt: Es gibt tatsächlich Leute, die sich gerne auf die Reise in meine Welten begeben!

Da komme ich auch schon zu einer anderen Leidenschaft von mir: dem Reisen. Unterscheidet sich gar nicht so sehr vom Lesen und Schreiben, denn ich finde, es geht immer darum, neue Welten zu entdecken, Abenteuer zu erleben und dem Alltag für eine Weile zu entfliehen. Außerdem öffnet das Reisen auch die Augen und erweitert den Horizont, führt hoffentlich zu mehr Respekt vor dem, was uns zunächst fremd erscheinen mag. Diese offene Neugier möchte ich mit meinen Geschichten hervorrufen.

Mein Lieblingsland ist Irland, obwohl ich seit diesem Jahr auch in frischer Liebe zu Schottland entbrannt bin. Es gibt wohl kein Land, das mich so inspiriert und in dem ich so glücklich bin wie in diesen beiden. Diese Faszination lasse ich gerne in meine Geschichten einfließen, ob es nun die irische Mythologie ist oder die handfeste Gegenwart, die ich mit fantastischen Elementen mische.

»Schreiben ist zwar mittlerweile auch zu einem Job geworden, der Spaß steht für mich aber an erster Stelle.«
Wir schreiben queer
Netzwerk queer-schreibender Autoren*

Ja, am liebsten schreibe ich Fantasy, gebe allerdings gerne zu, dass es bei mir ohne eine Romanze nicht geht. Die steht mal mehr, mal weniger im Vordergrund, aber Liebe muss sein. Sie hat so viele Facetten und ist so spannend, dass ich immer wieder auf dieses Thema zurückkomme. Weitere Lieblingsthemen von mir sind Vertrauen, Vorurteile, Selbstfindung, Bier und Puffins. Außerdem sind meine „Helden“ nie perfekt, haben mit Zweifeln und Ängsten zu kämpfen, oder mit vermeintlichen Makeln, und sind einfach menschlich.

Mein idealer Schreibtag sieht so aus, dass ich morgens eine Runde jogge und dabei plotte. Beim Laufen sehe ich meine Geschichten wie einen Film, sogar mit Ton. Das ist natürlich sehr praktisch. Nach einem ausgiebigen Frühstück mit Baked Beans schreibe ich eine Weile, lese, mache Yoga, esse was und schreibe wieder (na schön, ich gebe es zu, ich liege zwischendurch auch faul auf dem Balkon in der Hängematte, aber dabei denke ich natürlich intensiv über Geschichten nach. Andere nennen es vielleicht „schlafen“). Tatsächlich sieht seit April so mein gewöhnlicher Mittwoch aus, denn dieses Jahr habe ich gewagt, Stunden in meinem Hauptjob zu reduzieren und dadurch einen ganzen Tag Zeit zum Schreiben und allem, was mir sonst noch Spaß macht zu bekommen (womit wir wieder bei der Hängematte und dem Bier sind …).

Das Großartige am Schreiben ist, dass ich dadurch so viele tolle Menschen kennengelernt habe.  Ohne das Forum „Tintenzirkel“ wäre ich vermutlich nicht drangeblieben und ich bin stolz, dass ich ein Teil des Autorenkollektivs „Die Uferlosen“ sein darf. Schreiben ist zwar mittlerweile auch zu einem Job geworden, der Spaß steht für mich aber an erster Stelle. Ich hoffe, dass ich die Freude und das Glück, das ich beim Schreiben empfinde, mit den Leser*innen teilen kann.

Text & Bilder © Leann Porter;
mit freundlicher Genehmigung.
Unbezahlte Werbung.
Haftungsausschluss