25. Juni 2024

Jutta Ahrens

Wie bin ich zum Schreiben gekommen? Natürlich über das Lesen. Bücher, aber auch Zeichenblocks und Malstifte, waren schon mit fünf Jahren das, was ich mir zu den Feiertagen wünschte, denn an anderen Tagen war an solche Geschenke nicht zu denken.

Dann in der Schule kamen natürlich die Aufsätze. Von vielen gefürchtet, ja gehasst, von mir geliebt. Mit 15 schrieb ich auf der Reiseschreibmaschine meinen ersten Roman, den ich mit Bleistiftskizzen »verschönerte«. Gut, dass er nicht das Licht der Öffentlichkeit erblickte.

Das alles ist lange her. Aber gemalt, gelesen und geschrieben habe ich bis heute. Schon als Kind haben mich – außer natürlich Märchen – die nordischen und die griechischen Sagen gefesselt, und so konnte es nicht ausbleiben, dass ich mich frühzeitig an historischen Stoffen versuchte. Ich schrieb für die Schublade, aber mit Leidenschaft.

»Humor darf bei mir, gerade in eher düsteren Büchern, keinesfalls fehlen.«
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Von Anfang an konnte ich mit Liebesbeziehungen in meinen Geschichten nichts anfangen. Irgendwann ging mir ein Licht auf, weshalb das so war. Ich konnte mich schlecht in Männer hineinversetzen, die sich in eine Frau verlieben. Also, hetero kann ich gar nicht. Vom Verstand her wusste ich, dass es millionenfach geschah, aber ich musste ja praktisch in meine männlichen Hauptfiguren hineinschlüpfen. Als ich es zum ersten Mal »wagte«, eine Männerbeziehung zu schreiben, wusste ich: Das ist mein Ding! Das war so um 1975-80 herum. Aber erst 1993 konnte ich tatsächlich meinen ersten Roman veröffentlichen. »Der König von Assur« erschien bei Piper. Immer noch eine Zeit, in der schwule Bücher schief angesehen wurden. Piper hat es gewagt. Andere Verlage winkten ab. Heutzutage ist es Gott sei Dank schon fast Mainstream.
Zum Glück kam dann Selfpublishing auf, wo jeder eine Chance hat. Was gelesen wird, entscheidet der Leser. So soll es sein.

Ich hatte nie vor, Gay Romance zu schreiben. Ich möchte einfach historische Romane oder auch Fantasy schreiben, in denen die Hauptfiguren gay sind, aber die Liebesbeziehungen nicht die Hauptrolle spielen.

Bei meinen Themen ziehe ich Altertum und Antike vor. Früher habe ich sie historische Romane genannt. Heutzutage bezeichnet man meine Bücher wohl eher als Historicals, d.h. ich nehme mir die Freiheit heraus, historische Fakten etwas abzuändern, wenn es der Geschichte dient. Zumal in Fällen, die ohnehin umstritten sind. Mir ist es stets wichtig, dass es so gewesen sein könnte.

Außerdem versuche ich, ohne allzu viel Action auszukommen, dafür das Menschliche in all seinen Facetten zu beschreiben und Tiefe hineinzubringen. Humor darf bei mir, gerade in eher düsteren Büchern, keinesfalls fehlen. Natürlich kommen auch Frauen vor, in der Regel als Mütter oder Schwestern. Ausführliche Beschreibungen liegen mir nicht. Wo sie hingehören, dann bitte kurz und knapp.

Über Schreibblockaden kann ich mich selten beklagen, aber natürlich braucht man als Autor ein ruhiges Plätzchen. Schwierigkeiten bekomme ich, wenn meine Ruhe gestört wird. Ich habe in meinen ersten Romanen nicht geplottet, alles auf mich zukommen lassen, getreu dem Motto: In meinem realen Leben weiß ich heute auch nicht, was morgen passiert. Und wie fast jeder Autor weiß: Die Figuren bestimmen, wo es lang geht. Heute ist es gemischt. Momentan schreibe ich am dritten Band »Aton«, der schon ein Gerüst braucht. Ein Roman aus dem alten Ägypten über die 18. Dynastie seit Echnaton und ihr Ende.

Zu finden bin ich unter meinem Klarnamen Jutta Ahrens auf der Amazon-Autorenseite und bei Facebook.

Text & Bilder © Jutta Ahrens;
mit freundlicher Genehmigung.
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