J. Walther

Die Kunst ist wichtiger als der Künstler.«
G. Gundermann

Dieses Zitat gefällt mir sehr gut. Ich habe immer davon geträumt, dass Texte für sich alleine stehen, nur aus sich heraus bewertet werden. Dass es z.B. egal ist, welches Geschlecht oder sexuelle Orientierung der/die Verfasser*in hat oder ob er/sie schick in die Kamera lächeln kann. Das war  ziemlich naiv. Meistens spielen diese äußeren Dinge doch ein Rolle, aber ich glaube immer noch daran.

Mit Anfang zwanzig fing ich mit dem Schreiben an, zuerst angeregt durch Sprache und Bilder, doch schnell merkte ich, dass ich ganze Geschichten erzählen will. Und ich wollte diese Geschichten erzählen, die sonst nicht vorkamen – der schwule junge Mann der noch auf dem Dorf lebt, und dessen Geschichte nicht erst beginnt, als er die Großstadt erobert.

»Mir ist die Sprache wichtig, ihr Klang, ihr Rhythmus. Sprache ist mehr als nur das Trägermedium einer Geschichte, sie hat ihren eigenen Stellenwert.«
Wir schreiben queer
Netzwerk queer-schreibender Autoren*

Viele meiner Texte haben autobiographische Züge, manche auch weniger und nie ist es komplett autobiographisch. Ich liebe es zu schreiben, und ganz in meinen Geschichten zu sein. Ich brauche das Schreiben.

Mir ist die Sprache wichtig, ihr Klang, ihr Rhythmus. Sprache ist mehr als nur das Trägermedium einer Geschichte, sie hat ihren eigenen Stellenwert. Ich denke, ich habe zu meinem eigenen sprachlichen Stil gefunden, auch wenn ich in meinem Text verschiedene Erzählstile/-perspektiven und sprachliche Gestaltungsweisen ausprobiert habe, ist es doch immer mein Stil.

Vom Genre her schreibe ich überwiegend Gegenwartsliteratur, nur selten geht es in die Geschichte o.a. Bei mir sind es immer queere Hauptfiguren, etwas anderes interessiert mich nicht. Sehr gerne schreibe ich in meinem Garten – es gibt einen Grund, warum es so wenige Wintergeschichten von mir gibt.

Nachdem ich es mit intuitivem Geschichtenschreiben versucht habe, was zu diversen überarbeiteten Fassungen führte, habe ich heute schon einen Plan, der aber nicht sehr detailliert ist.

Ich bin immer offen für die spannenden kleinen Ideen und Verknüpfungen, die sich direkt beim Schreiben ergeben. Durchkonstruierte Figuren und Handlungen sind nicht mein Ding.

Schreibblockaden kenne ich zum Glück nicht, aber ich schreibe leider sehr, sehr langsam, was mich schon stört, da ich eigentlich so viele Ideen habe. An Ideen und Inspiration mangelt es mir absolut nicht, da gibt es soviel, was mich anregt. Und wenn wirklich mal Ebbe wäre, müsste ich nur meine alten Notizhefte durchgehen, sie stecken voller wunderbarer und einfallsreicher Ideen.

Gerne mache ich auch immer bei Benefizanthologien mit, das Engagement dahinter ist beachtenswert. Und besonders bei meinen eigenen Projekten „Zusammen finden“ und „Sein schönster Sommer“ war es schön, mit so vielen tollen Autor*innen zusammenzuarbeiten. Überhaupt mag ich den Austausch mit ihnen, ebenso mit meinen Leser*innen. Danke dafür!

Text & Bilder © J. Walther;
mit freundlicher Genehmigung.
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