Buchsüchtig | Blog

Schreib mal was über Dich«, haben sie gesagt. Ich? Über mich?? Ähm… Ganz ehrlich? So etwas liegt mir überhaupt nicht. Eine Rezension ist bei Weitem einfacher. Ich habe ewig auf meinen Bildschirm gestarrt, bevor ich überhaupt einen geraden Satz schreiben konnte, den ich dann umgehend wieder gelöscht habe.

Aber ich habe doch irgendwann etwas zusammenbekommen. 

›Buchsüchtig‹ ist mein Blog, den ich auf Facebook betreibe und an dem mein Herz seit dem 11. August 2019 hängt. Auch bin ich seit Februar 2020 im Team von ›Wir schreiben QUEER‹. Coole Sache, oder? Privat lebe ich vegan, weil ich denke, dass es die einzig richtige Entscheidung ist. Wir leben alle auf diesem Planeten und sollten von daher auch alle die gleichen Rechte haben. Für mich gibt es keinen Grund mein Leben über das eines anderen zu stellen. Sei es nun ein Mensch, ein Schwein, ein Elefant oder ein anderes Lebewesen. Ich will nicht, dass mir geschadet wird, also schade ich (hoffentlich) auch niemandem.

»Bücher gehörten schon immer zu meinem Leben. Sie sind für mich eine perfekte Möglichkeit der Wirklichkeit zu entfliehen und in Traum– und Phantasiewelten abzutauchen.«
Wir schreiben queer
Netzwerk queer-schreibender Autor*innen

Bücher gehörten schon immer zu meinem Leben. Sie sind für mich eine perfekte Möglichkeit der Wirklichkeit zu entfliehen und in Traum– und Phantasiewelten abzutauchen. Ich brauche sie wie den Sauerstoff zum (Über -) leben, wie das Schnurren meiner Kater, oder das Essen, welches mir meine bessere Hälfte wortlos hinstellt, wenn ich mit dem Kopf mal wieder irgendwo im Nirgendwo bin und alles um mich herum vergesse.

Beim Lesen ist es vor allem das queere Genre, welches es mir angetan hat und zu dem ich eher zufällig gekommen bin, als ich mit 12 Jahren ›Interview mit einem Vampir‹ von Anne Rice gelesen habe. Leider war es zu der Zeit schwierig Bücher in dieser Richtung zu finden, aber einige Jahre später hatte ich Glück und fand wunderbare Autor*innen und Bücher, die mich seitdem meistens begeistern.

Ich habe keine Ahnung, wie sich das bei anderen Menschen verhält, aber ich lese immer. Allerdings immer nur ein Buch. Parallel zwei oder mehr Bücher zu lesen, würde bei mir nicht funktionieren, da mein Hirn alles zusammenrühren würde. Aber sobald mein SuB (Stapel ungelesener Bücher) weniger als fünf Bücher umfasst, habe ich Angst, dass mir der ›Stoff‹ ausgehen könnte. 

Das ist vermutlich auch ein Grund, warum ich ihn beständig aufstocke. Meist liegen zwischen zehn und fünfzehn Büchern auf meinem Wohnzimmertisch. Mein SuB ist somit real und kann von mir bei Bedarf jederzeit ›gefüttert‹ werden. Was ich auch regelmäßig und mit wachsender Begeisterung tue.

Ich habe erst sehr spät angefangen, Rezensionen zu schreiben, da ich selbst kaum welche lese. Mich muss das Cover eines Buches ansprechen, wenn mich dann auch noch der Klappentext neugierig macht, lese ich kurz ein paar Zeilen quer und kaufe dann das Buch. Auf diese Weise habe ich mein Lieblingsbuch und sehr viele andere ganz wundervolle Bücher gefunden. Wenn diese drei Punkte nicht erfüllt sind, lasse ich meist die Finger von einem Buch.

Bei Büchern liegen mir vor allem die Emotionen am Herzen. Ich liebe sad ends und realistische Gefühle. Wenn mich ein Buch zum Weinen bringt, ich mich in einen oder mehrere Protagonisten verliebe oder es einfach so unendlich fesselnd ist, dass ich alles andere um mich herum vergesse, bin ich überglücklich. Dann ist es ›mein‹ Buch. Was ich dagegen gar nicht mag, sind die ›klassischen‹ Romance – Bücher. Ich brauche Protagonisten mit Ecken und Kanten, da mich der perfekte Schönling unendlich langweilt. Ein menschlicher Typ dagegen, der Fehler macht, Macken hat oder ›unmoralisch‹ handelt, ist für mich genau das Richtige.  

Ich lese ausschließlich Prints, da ich eine Abneigung gegen E-Books habe.  Auch wenn ich keine Rezensionen lese, bin ich mir durchaus bewusst, wie wichtig sie für die Autor*innen und unentschlossene Leser*innen sein können. Daher versuche ich in meinen Rezensionen nichts zu verraten, was der Klappentext nicht sowieso schon erzählt, und dabei trotzdem einen Einblick in das Buch zu geben. Ob mir das immer gelingt weiß ich nicht, aber ich bemühe mich. Mir macht es definitiv Spaß zu sehen, wie meine Facebook-Seite mit Rezensionen und Interviews von Autor*innen gefüllt wird und weiter wächst und gedeiht.

Text & Bilder © John Morgan auf unsplash
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