Bastian Süden

Wenn ich mit anderen Autoren darüber spreche, wie sie zum Schreiben gekommen sind, höre ich immer wieder Sätze wie: „Na ja, eigentlich schreibe ich immer schon. Solange ich mich zurückerinnern kann …“ 

Tja, bei mir war es völlig anders: Bis ins Alter von knapp über Dreißig hatte ich mit Schreiben überhaupt nichts am Hut, sondern war einfach nur ein Typ mit ein paar versauten Gedanken. Ehrlich gesagt habe ich auch nicht besonders viel gelesen. Meine Zeit verbrachte ich lieber in Bars, Discos und mit allem, was dazugehört. Und ich machte gerne Städteurlaube. Einer führte mich nach Berlin und dort zog es mich natürlich in den schwulen Kiez rund um den Nollendorfplatz.
Im „Bruno’s“-Store, einem schwulen Laden, kam es zu einem Schlüsselerlebnis. Es wurden gerade alte Auflagen der „Loverboys“-Reihe verramscht. Dabei handelt es sich um Einhandliteratur, also Bücher, in denen es ausschließlich um Sex geht. Bis zu diesem Zeitpunkt war mir die Existenz dieser Art von Büchern unbekannt gewesen.

Ich riskierte es, investierte vier Euro und gönnte mir ein solches Büchlein, von dem ich auf merkwürdige Weise fasziniert war. Sicher, es war keine Hochliteratur, aber es war … sehr erregend! Und von da an war es nicht mehr weit bis zu dem Entschluss: So etwas möchte ich auch schreiben! Ich musste mich noch ein paar Tage gedulden, da ich (was heutzutage unvorstellbar wäre) ohne Laptop unterwegs war. Zu Hause angekommen, tippte ich aber sofort los. 

»Im „Bruno’s“-Store, einem schwulen Laden, kam es zu einem Schlüsselerlebnis.«
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Es entstanden viele, viele Geschichten mit sehr explizitem Inhalt … und etwas später – es war im Jahr 2017 – kam ich auf die Idee, diese via Selfpublishing zu veröffentlichen. So entstand die Gay-Erotik-Reihe „Bengelträume“. Gleichzeitig nahm ich mit dem Bruno-Gmünder-Verlag Kontakt auf und bekam die Möglichkeit, für die „Loverboys“-Reihe, mit der für mich ja alles begonnen hat, selbst ein Buch zu schreiben. Aufgrund der bekannten Turbulenzen des Verlages musste dieses eineinhalb Jahre auf seine Veröffentlichung warten. Mittlerweile ist es aber erschienen (Loverboys 156: Heiße Tage in Wien). 

Im Jahr 2018 kam ein zweites Genre dazu. Schon in all den Jahren, in denen ich nur Erotik-Kurzgeschichten schrieb, begann ich, sehr viel zu lesen, vor allem Gay Romance, allerdings traute ich es mir selbst nicht zu, einen solchen Roman zu schreiben.

Dass ich es schließlich doch tat, hatte damit zu tun, dass ich mir im Frühjahr 2018 einen Messestand auf der Buch Berlin buchte. Ich hatte von dem Gay-Schwerpunkt der Messe gehört und wollte meine Bengelträume unter die Leute bringen. Erst als ich mich im Sommer an die Planung meines Messeauftritts machte, stellte ich fest, dass sich dieser Gay-Schwerpunkt ja eigentlich nur auf Gay Romance bezog und ich machte mir Sorgen, mit meinen „Bengelträumen“ dort völlig unterzugehen.

Mein Stand auf der Buch-Berlin 2018

Eine Lösung musste her, also setzte ich mich an den Computer und schrieb „Die Liebe, ein Speer und Crème brûlée“, meine erste Gay Romance. Von den Reaktionen war ich überwältigt. Schon auf Amazon kamen um ein Vielfaches mehr Rezensionen rein als bei meinen Erotik-Bänden und auch auf der Messe sprachen mich viele BesucherInnen an, die das Buch schon gelesen hatten und mir gutes Feedback gaben. Dies war eine Mega-Motivation, in diese Richtung weiterzuschreiben. 

Inzwischen wurde aus dem Roman die „Love-and-Food“-Reihe, zu der ich bereits weitere Bände hinzugefügt habe. Sowohl die „Bengelträume“ als auch die „Love-and-Food“-Reihe wachsen also weiter, während in meinem Kopf auch viele Ideen für völlig neue Projekte und Buchreihen herumschwirren. Seid also gespannt, ich bin für Überraschungen gut!

Ich freue mich immer über Kontakte zu LeserInnen, BloggerInnen und AutorenkollegInnen und natürlich auch über einen Besuch auf meiner Amazon-Seite, daher lasse ich euch zum Schluss noch die Kontaktmöglichkeiten hier. 

Xoxo Bastian

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